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  • BHUPEN KHAKHAR / Katalog

Autor: Chris Dercon, Nada Raza / Titel: Bhupen Khakhar: You Can't Please All / Verlag: University of Washington Press / August 2016 / Hardcover / Englisch mit deutschem Einleger / 192 Seiten / 22x28x2cm / 771 g // Isbn: 978-0295998121 //

Text: Bhupen Khakhar (1934–2003) spielte eine zentrale Rolle in der modernen indischen Kunst und wurde als ein international bedeutender Protagonist der Malerei des 20. Jahrhunderts wahrgenommen. Seitdem er in den 1960ern künstlerisch zu arbeiten begann, gehörte Khakhar zu einer vitalen Bewegung indischer Künstler, die neue Formen der Erzählung und der Figuration in die Malerei einbrachte und als Baroda School bekannt wurde. Die Grundlage seiner Malerei bildete das intensive Studium südasiatischer und europäischer Kunst, dem er sich während seiner in Teilzeitarbeit als Buchhalter widmete. Nach frühen Experimenten mit der Pop Art entwickelte Khakhar einen eigenwilligen Malstil, der scheinbare Gegensätze wie Hoch- und Massenkultur, Alltagsleben und Malereigeschichte verband und so die bestehende Ikonografie subversiv unterlief. Mit viel Mut ging er komplexe und provokante Themen an: Klassenunterschiede, Begehren und Homosexualität und seinen eigenen Kampf gegen den Krebs. Khakhar, der auch Schriftsteller war, ließ dabei literarische Sensibilität und kritische Beobachtungsgabe in seine scharfsinnigen, häufig ironischen Darstellungen von schwierigen Themen einfließen.

Der Titel der Ausstellung wurde dem 1981 entstandenen ikonischen Gemälde You Can’t Please All (Man kann es nicht allen rechtmachen) aus der Sammlung der Tate entliehen. Eine nackte Gestalt steht mit dem Rücken zum Betrachter und blickt auf eine dramatische Szene: die Darstellung eines Lehrstücks über einen Vater und einen Sohn, die einen Esel gewinnen und ihn auf dem Weg nach Hause verlieren, weil sie den ungebetenen Ratschlägen der Passanten folgen. Ursprünglich als Selbstporträt gedacht, vollendete Khakhar das Gemälde einige Jahre nach einem kurzen Aufenthalt in Großbritannien. Couragiert beschloss er, in seinem Leben und in seiner Arbeit offen mit seiner Homosexualität umzugehen. Sein intuitives Verständnis von den Spannungen zwischen der Schönheit und dem Grotesken manifestierte sich in seiner Malerei in der unbefangenen Darstellung menschlicher Liebe, Sehnsüchte, Schwächen und Leiden. Sein kraftvolles Werk aus dieser Schaffensphase bildet den Schwerpunkt in der Ausstellung und rückt diese einzigartige und relevante Position zurück in das internationale Bewusstsein.

Als erste posthume Überblicksschau von Khakhars Laufbahn vereint diese Ausstellung, die zuvor vom 1. Juni bis 6. November 2016 in der Tate Modern zu sehen ist, Werke aus fünf Jahrzehnten und aus Sammlungen rund um die Welt. Zu seinen Lebzeiten stellte Khakhar regelmäßig in Indien und im Ausland aus, wie etwa 1992 auf der Documenta IX in Kassel. Nach mehreren Beteiligungen an Gruppenausstellungen in der Tate, wirft diese Retrospektive einen neuen Blick auf seine künstlerische Praxis. Sie präsentiert, neben den bekannten Gemälden und Arbeiten auf Papier, nur selten gezeigte experimentelle Werke, zu denen auch Keramiken, Textil- und Glasarbeiten gehören.

 

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